Toxische Beziehungen überwinden
4.7
(6)

Über Toxische Beziehungen und Ihre Auswirkungen

Sie fühlen sich in Ihrer Beziehung häufig wertlos und ausgeliefert? Sie sind sich manchmal selbst fremd? Sie richten Ihr Leben komplett nach Ihrem Partner aus, verbiegen sich, bis es nichts mehr zu biegen gibt, und setzen alles daran, es ihm recht zu machen?

Die panische Angst, dass er Sie verlassen könnte, bestimmt Ihr gesamtes Leben? Und obwohl die wirklich guten Zeiten schon eine gefühlte Ewigkeit zurückliegen, halten Sie verzweifelt an Ihrer Partnerschaft fest?

Möglicherweise leben Sie – vielleicht auch ohne es bisher bemerkt zu haben – in einer toxischen Beziehung.

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, was toxische Beziehungen ausmacht und woran Sie erkennen können, ob Sie in einer solchen leben. Außerdem gebe ich Ihnen aus meiner Perspektive als Beraterin und Coach drei Schritte an die Hand, die Ihnen dabei helfen können, sich aus Ihrer destruktiven Bindung zu lösen und zurück in IHR Leben zu finden.

Was toxische Beziehungen ausmacht

Von toxischen Beziehungen spricht man, wenn eine Partnerschaft dauerhaft mehr Kraft kostet als sie gibt. Vergiftende Beziehungsmuster sind u.a. durch Egoismus, Unterdrückung und Kontrollsucht durch einen der Partner gekennzeichnet.

Eine weinende Frau verbirt ihr Gesicht mit ihren Händen

Physischer und/oder insbesondere psychischer Missbrauch prägen eine toxische Bindung. Dieser findet bspw. in Form von herabwürdigenden Verhaltensweisen (Beleidigungen, Kränkungen und Ignoranz) und Verkehrungen der „Tatsachen” (Du bist krank! Du bist nicht normal!) statt.

Woran Sie erkennen können, dass Sie in einer toxischen Beziehung leben

Pauschal lassen sich toxische Beziehungen nicht definieren, denn jeder Mensch empfindet Grenzen anders. Dennoch gibt es einige Marker, an denen Sie sich orientieren können:

In toxischen Beziehungen fühlen Sie sich die meiste Zeit schlecht. Glück ist an „gutes Verhalten” Ihrerseits gebunden

Ob Sie in einer toxischen Bindung gefangen sind, erkennen Sie vordergründig daran, dass es Ihnen in Ihrer Partnerschaft die meiste Zeit schlecht geht, Sie dies aber (bereits) als normal empfinden oder verdrängen.

Sinnbild einer toxischen Beziehung: Leben hinter Gittern

In Ihrer Beziehung gibt es zwar durchaus intensive Momente des Glücks – diese liegen jedoch häufig lang zurück oder aber Sie sind an ein „gutes Verhalten” Ihrerseits gebunden.

Obwohl es eine innere Stimme gibt, die Ihnen dringend zu einer Trennung rät, kommen Sie von Ihrem Partner nicht los. Allein der Gedanke an eine Trennung verursacht Angst- und Panikgefühle.

Toxische Beziehungen verändern Sie zum Negativen

Frauen oder Männer, die in toxischen Beziehungen leben, verändern sich häufig im Laufe der Zeit. Waren sie vor Beginn der Partnerschaft fröhlich, gesellig und selbstsicher, werden sie zunehmend unsicher, labil, in sich gekehrt und traurig.

Angehörige oder Freunde erkennen die Betroffenen oft nicht wieder. Sichtbar wird die Veränderung z.B. auch an Fotos vor und während der Partnerschaft.

Giftfläschchen mit blauem Gift

Neue Studien deuten sogar auf Zusammenhänge zwischen toxischen Beziehungen und Schlaflosigkeit, Depression und Stresssyndromen hin (https://lexikon.stangl.eu/24451/toxische-beziehung/).

Wie Sie eine toxische Beziehungen durchbrechen können

# 1 Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl!

Sie haben allein dafür, dass Sie diesen Artikel lesen, Ihrem Partner gegenüber ein schlechtes Gewissen? Er ist doch immer so gut zu Ihnen.

Oder vielleicht doch nicht?

Wenn Sie sich an Ihre Kennlernphase erinnern, hatten Sie eigentlich von Anfang an kein gutes Gefühl bei der Sache? Und manchmal, wenn Ihr Partner die Schuld in Ihnen und Ihrem Verhalten sucht oder Sie gar als krank bezeichnet, gibt es durchaus eine Stimme, die seine Schuldzuweisungen anzweifelt?

Und überhaupt: Eigentlich wissen Sie doch, dass Sie diesen Artikel nicht grundlos lesen!? Dann vertrauen Sie sich!

Die Klugheit unseres Unterbewusstseins

Wussten Sie, dass unser Unterbewusstsein neuesten Annahmen zufolge rund 80.000 Informationen verarbeitet1? Es ist somit rund 10.000 mal schneller (und wenn man so will auch klüger) als unser bewusster Verstand.

Frau sitzt auf einem Berg und blickt in die Weite

Oftmals ist das Vertrauen in sich selbst durch das Leben in einer toxischen Beziehung empfindlich gestört. Lernen Sie, sich und Ihrem Bauchgefühl (wieder) zu vertrauen! Möglicherweise könnte Ihnen dieser Artikel über Selbstliebe zusätzlich dabei helfen.

# 2 Brechen Sie das Schweigen!

Viele Menschen, Männer wie Frauen, die in toxische Beziehungen geraten sind, schämen sich – sowohl vor sich selbst als auch vor anderen.

Sie fühlen sich schuldig, zermartern sich mit Warum-Fragen das Hirn und verurteilen sich dafür, dass Sie sich nicht aus eigener Kraft aus Ihrer Abhängigkeit befreien können.

Füße in Ketten gelegt

Sie sind nicht falsch oder seltsam! Sie haben diese Beziehung aus guter Absicht begonnen; nämlich weil Sie sich, wie jeder Mensch, nach Nähe, Verbindung und Liebe gesehnt haben. Das ist nichts, wofür Sie sich schämen müssen.

Brechen Sie das Schweigen! Gehen Sie zunächst mit sich selbst und dann mit Familie, Freunden, Therapeuten, Coaches, einer Selbsthilfegruppe o.ä. ins Gespräch.

Ist dieser Schritt erst einmal getan, ist das meist schon die halbe Miete.

# 3 Entwerfen Sie neue Glaubenssätze und schmieden Sie Zukunftspläne!

Höchstwahrscheinlich haben Ihre Glaubenssätze im Laufe Ihrer Partnerschaft extrem gelitten. Sätze wie „Ich kann nicht ohne ihn/sie leben”, „Ich bin wertlos”, „Ich mache alles falsch und bin es nicht wert geliebt zu werden” o.ä. sind vermutlich zu Ihren alltäglichen Begleitern geworden.

Es wird Zeit für neue Glaubenssätze.

Auf einer Mauer steht mit bunter Kreide Frei Sein

Übung Glaubenssätze

Probieren Sie doch einmal Folgendes aus:

Legen Sie einen kleinen Teppich, ein Blatt Papier o.ä in die Mitte des Raums. Das sind Sie. Und nun schauen Sie sich einmal genau an! Versuchen Sie, sich vielleicht auch an Ihr Ich vor der Partnerschaft zu erinnern! Welcher positiver Glaubenssatz passt zu Ihnen? Welche postitiven Glaubenssätze hat es vor Ihrer jetzigen Beziehung in Ihrem Leben gegeben?

Das ist möglicherweise im ersten Moment etwas befremdlich. Lassen Sie sich Zeit! Versuchen Sie es morgen noch einmal, wenn es heute nicht funktioniert!

Sie haben einen Glaubenssatz gefunden. Prima!

Selbstvertrauen und Visionen schaffen

Schreiben Sie sich diesen auf einen Zettel, den sie in die Hosentasche oder in die Nachttisch- oder Bürotischschublade stecken.

Dieser Zettel ist gleich für zweierlei gut:

1. Lesen Sie ihn immer dann, wenn Sie wieder beginnen, an sich und/oder Ihrem Bauchgefühl zu zweifeln.

2. Nutzen Sie ihn, um sich mit Ihrer Zukunft zu verbinden. Entwickeln Sie auf der Basis Ihres neuen Glaubenssatzes (natürlich können Sie beliebig viele positive Glaubenssätze entwickeln – je mehr desto besser) Wünsche und Träume; z.B. wieder allein reisen, eine harmonische Partnerschaft führen, einen neuen Job beginnen, eine schöne neue Wohnung einrichten etc.

Auch wenn Sie noch nicht wirklich davon überzeugt sind: Tun Sie so, als wären Sie es bereits! Malen Sie sich die Zukunft ohne toxische Beziehung in den schillerndsten Farben aus! Träumen Sie mindestens 15 Minuten am Tag von Ihrem neuen Leben!

Am Anfang mag Ihnen das sehr schwer fallen. Geben Sie sich dennoch eine Chance! Das Gehirn ist extrem lernfähig. Es wird für Sie von Mal zu Mal leichter werden, sich eine schöne Zukunft ohne Ihren jetzigen Partner auszumalen.

Fazit

Das Leben in toxischen Beziehungen verursacht zumeist einen immensen Leidensdruck bei den Betroffenen. Trotz der kognitiven Einsicht ist es für Betroffene ein großer Kraftakt, das komplexe Abhängigkeitsgefüge zu durchbrechen und sich wieder auf eigene Beine zu stellen.

Wenn Sie selbst in einer toxischen Beziehung leben, brechen Sie Ihr Schweigen und probieren Sie alles aus, was Sie und Ihr Selbstbild stärkt! Und dann machen Sie einen Schlachtplan (möglicherweise kann Ihnen hierfür mein Beitrag Erfolgreiches Selbstcoaching: In 6 Schritten zum Ziel behilflich sein).Wenn Sie es dennoch über einen längeren Zeitpunkt nicht schaffen, sich aus Ihrer Partnerschaft zu befreien, ist dies kein Grund, an sich zu zweifeln.

Es gibt jede Menge Fachleute, die Ihnen behilflich sein können. Machen Sie den ersten Schritt und suchen Sie sich professionelle Hilfe in Form eines Therapeuten, Coaches, einer Gruppe o.ä.

1Bernhardt, Klaus: Panikattacken und andere Angststörungen loswerden, 14. Aufl., 2016 München, S. 39.

Maske im Blumenbeet © Joshua_Willson auf Pixabay | Verzweifelte Frau © Ulrike Mai auf Pixabay | Gefängnis © Ichigo121212 auf Pixabay | Giftflasche © Arek Socha auf Pixabay | Frau auf dem Gipfel © StockSnap auf Pixabay | Ketten © PublicDomainPictures auf Pixabay | Frei Sein © fsHH auf Pixabay | Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne © nile auf Pixabay

Wie hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?

Klicken Sie für eine Bewertung auf die Sterne!

Durchschnittliche Bewertung: 4.7 / 5. Anzahl der Bewertungen: 6

Noch ist keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste!

Wenn Ihnen dieser Beitrag gefällt...

Folgen Sie mir auf facebook.

Es tut mit leid, dass Ihnen dieser Beitrag nicht gefallen hat.

Teilen Sie mir mit, wie ich diesen Beitrag verbessern kann.

Last Updated on

Beteilige dich an der Unterhaltung

2 Kommentare

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.