Toxische Beziehungen überwinden Lesezeit ca. 7 Minuten
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Last Updated on 26. Januar 2021 by Annika Felber

Über Toxische Beziehungen und Ihre Auswirkungen

Sie fühlen sich in Ihrer Beziehung häufig wertlos und ausgeliefert? Sie sind sich manchmal selbst fremd? Sie richten Ihr Leben komplett nach Ihrem Partner aus, verbiegen sich, bis es nichts mehr zu biegen gibt, und setzen alles daran, es ihm recht zu machen?

Die panische Angst, dass er Sie verlassen könnte, bestimmt Ihr gesamtes Leben? Und obwohl die wirklich guten Zeiten schon eine gefühlte Ewigkeit zurückliegen, halten Sie verzweifelt an Ihrer Partnerschaft fest?

Möglicherweise leben Sie – vielleicht auch ohne es bisher bemerkt zu haben – in einer toxischen Beziehung.

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, was toxische Beziehungen ausmacht und woran Sie erkennen können, ob Sie in einer solchen leben. Außerdem gebe ich Ihnen aus meiner Perspektive als Beraterin und Coach drei Schritte an die Hand, die Ihnen dabei helfen können, sich aus Ihrer destruktiven Bindung zu lösen und zurück in IHR Leben zu finden.

Was toxische Beziehungen ausmacht

Von toxischen Beziehungen spricht man, wenn eine Partnerschaft dauerhaft mehr Kraft kostet als sie gibt. Vergiftende Beziehungsmuster sind u.a. durch Egoismus, Unterdrückung und Kontrollsucht durch einen der Partner gekennzeichnet.

Eine weinende Frau verbirt ihr Gesicht mit ihren Händen
Toxische Beziehungen: physiches und psychisches Leid

Physischer und/oder insbesondere psychischer Missbrauch prägen eine toxische Bindung.

Dieser findet bspw. in Form von herabwürdigenden Verhaltensweisen (Beleidigungen, Kränkungen und Ignoranz) und Verkehrungen der „Tatsachen” (Du bist krank! Du bist nicht normal!) statt.

(Lesen Sie auch gern hier weiter: „Gehen oder bleiben?”: Kann man eine toxsiche Beziehung retten?)

Woran Sie erkennen können, dass Sie in einer toxischen Beziehung leben

Pauschal lassen sich toxische Beziehungen nicht definieren, denn jeder Mensch empfindet Grenzen anders. Dennoch gibt es einige Marker, an denen Sie sich orientieren können:

In toxischen Beziehungen fühlen Sie sich die meiste Zeit schlecht. Glück ist an „gutes Verhalten” Ihrerseits gebunden.

Ob Sie in einer toxischen Bindung gefangen sind, erkennen Sie vordergründig daran, dass es Ihnen in Ihrer Partnerschaft die meiste Zeit schlecht geht, Sie dies aber (bereits) als normal empfinden oder verdrängen.

Sinnbild einer toxischen Beziehung: Leben hinter Gittern
Toxische Beziehungen: wenn man nicht einfach gehen kann

In Ihrer Beziehung gibt es zwar durchaus intensive Momente des Glücks – diese liegen jedoch häufig lang zurück oder aber Sie sind an ein „gutes Verhalten” Ihrerseits gebunden.

Obwohl es eine innere Stimme gibt, die Ihnen dringend zu einer Trennung rät, kommen Sie von Ihrem Partner nicht los. Allein der Gedanke an eine Trennung verursacht Angst- und Panikgefühle.

(Lesen Sie auch gern hier weiter: Destruktive Beziehungen erkennen und überwinden)

Toxische Beziehungen verändern Sie zum Negativen

Frauen oder Männer, die in toxischen Beziehungen leben, verändern sich häufig im Laufe der Zeit. Waren sie vor Beginn der Partnerschaft fröhlich, gesellig und selbstsicher, werden sie zunehmend unsicher, labil, in sich gekehrt und traurig.

Angehörige oder Freunde erkennen die Betroffenen oft nicht wieder. Sichtbar wird die Veränderung z.B. auch an Fotos vor und während der Partnerschaft.

Giftfläschchen mit blauem Gift
Toxische Beziehungsstrukturen können krank machen

Neue Studien deuten sogar auf Zusammenhänge zwischen toxischen Beziehungen und Schlaflosigkeit, Depression und Stresssyndromen hin (https://lexikon.stangl.eu/24451/toxische-beziehung/).

Wie Sie eine toxische Beziehungen durchbrechen können

# 1 Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl!

Sie haben allein dafür, dass Sie diesen Artikel lesen, Ihrem Partner gegenüber ein schlechtes Gewissen? Er ist doch immer so gut zu Ihnen.

Oder vielleicht doch nicht?

Wenn Sie sich an Ihre Kennlernphase erinnern, hatten Sie eigentlich von Anfang an kein gutes Gefühl bei der Sache? Und manchmal, wenn Ihr Partner die Schuld in Ihnen und Ihrem Verhalten sucht oder Sie gar als krank bezeichnet, gibt es durchaus eine Stimme, die seine Schuldzuweisungen anzweifelt?

Und überhaupt: Eigentlich wissen Sie doch, dass Sie diesen Artikel nicht grundlos lesen!? Dann vertrauen Sie sich!

Die Klugheit unseres Unterbewusstseins

Wussten Sie, dass unser Unterbewusstsein neuesten Annahmen zufolge rund 80.000 Informationen verarbeitet1? Es ist somit rund 10.000 mal schneller (und wenn man so will auch klüger) als unser bewusster Verstand.

Frau sitzt auf einem Berg und blickt in die Weite
Eine toxische Beziehung überwinden:
Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl

Oftmals ist das Vertrauen in sich selbst durch das Leben in einer toxischen Beziehung empfindlich gestört. Lernen Sie, sich und Ihrem Bauchgefühl (wieder) zu vertrauen!

(Möglicherweise könnten Sie sich in diesem Zusammenhang auch für meine Beiträge 5 Tipps für mehr Selbstliebe – Teil 1 und Teil 2 interessieren!?)

# 2 Brechen Sie das Schweigen!

Viele Menschen, Männer wie Frauen, die in toxische Beziehungen geraten sind, schämen sich – sowohl vor sich selbst als auch vor anderen.

Sie fühlen sich schuldig, zermartern sich mit Warum-Fragen das Hirn und verurteilen sich dafür, dass Sie sich nicht aus eigener Kraft aus Ihrer Abhängigkeit befreien können.

Füße in Ketten gelegt
Jeder Mensch kann in eine destruktive Beziehung geraten

Sie sind nicht falsch oder seltsam! Sie haben diese Beziehung aus guter Absicht begonnen; nämlich weil Sie sich, wie jeder Mensch, nach Nähe, Verbindung und Liebe gesehnt haben. Das ist nichts, wofür Sie sich schämen müssen.

Brechen Sie das Schweigen! Gehen Sie zunächst mit sich selbst und dann mit Familie, Freunden, Therapeuten, Coaches, einer Selbsthilfegruppe o.ä. ins Gespräch.

Ist dieser Schritt erst einmal getan, ist das meist schon die halbe Miete.

# 3 Entwerfen Sie neue Glaubenssätze und schmieden Sie Zukunftspläne!

Höchstwahrscheinlich haben Ihre Glaubenssätze im Laufe Ihrer Partnerschaft extrem gelitten. Sätze wie „Ich kann nicht ohne ihn/sie leben”, „Ich bin wertlos”, „Ich mache alles falsch und bin es nicht wert geliebt zu werden” o.ä. sind vermutlich zu Ihren alltäglichen Begleitern geworden.

Es wird Zeit für neue Glaubenssätze.

Auf einer Mauer steht mit bunter Kreide Frei Sein
Toxische Beziehungen überwinden:
zum eigenen Selbstwert zurückfinden

Übung Glaubenssätze

Probieren Sie doch einmal Folgendes aus:

Legen Sie einen kleinen Teppich, ein Blatt Papier o.ä. in die Mitte des Raums. Das sind Sie. Und nun schauen Sie sich einmal genau an! Versuchen Sie, sich vielleicht auch an Ihr Ich vor der Partnerschaft zu erinnern!

Welcher positiver Glaubenssatz passt zu Ihnen? Welche postitiven Glaubenssätze hat es vor Ihrer jetzigen Beziehung in Ihrem Leben gegeben?

Das ist möglicherweise im ersten Moment etwas befremdlich. Lassen Sie sich Zeit! Versuchen Sie es morgen noch einmal, wenn es heute nicht funktioniert!

Sie haben einen Glaubenssatz gefunden. Prima!

Selbstvertrauen und Visionen schaffen

Schreiben Sie sich diesen auf einen Zettel, den sie in die Hosentasche oder in die Nachttisch- oder Bürotischschublade stecken.

Dieser Zettel ist gleich für zweierlei gut:

1. Lesen Sie ihn immer dann, wenn Sie wieder beginnen, an sich und/oder Ihrem Bauchgefühl zu zweifeln.

2. Nutzen Sie ihn, um sich mit Ihrer Zukunft zu verbinden. Entwickeln Sie auf der Basis Ihres neuen Glaubenssatzes (natürlich können Sie beliebig viele positive Glaubenssätze entwickeln – je mehr desto besser) Wünsche und Träume; z.B. wieder allein reisen, eine harmonische Partnerschaft führen, einen neuen Job beginnen, eine schöne neue Wohnung einrichten etc.

Aus der toxischen Spirale aussteigen:
Zukunftsvisionen schaffen

Auch wenn Sie noch nicht wirklich davon überzeugt sind: Tun Sie so, als wären Sie es bereits! Malen Sie sich die Zukunft ohne toxische Beziehung in den schillerndsten Farben aus! Träumen Sie mindestens 15 Minuten am Tag von Ihrem neuen Leben!

Am Anfang mag Ihnen das sehr schwer fallen. Geben Sie sich dennoch eine Chance! Das Gehirn ist extrem lernfähig. Es wird für Sie von Mal zu Mal leichter werden, sich eine schöne Zukunft ohne Ihren jetzigen Partner auszumalen.

Fazit

Das Leben in toxischen Beziehungen verursacht zumeist einen immensen Leidensdruck bei den Betroffenen. Dabei können toxische Beziehungen sowohl psychische als auch physische Probleme nach sich ziehen.

Trotz der kognitiven Einsicht ist es für Betroffene ein großer Kraftakt, das komplexe Abhängigkeitsgefüge zu durchbrechen und sich (wieder) auf eigene Beine zu stellen.

Wenn Sie selbst in einer toxischen Beziehung leben, brechen Sie Ihr Schweigen und probieren Sie alles aus, was Sie und Ihr Selbstbild stärkt! Und dann machen Sie einen Schlachtplan (möglicherweise kann Ihnen hierfür mein Beitrag Erfolgreiches Selbstcoaching: In 6 Schritten zum Ziel behilflich sein).

Wenn Sie es dennoch über einen längeren Zeitpunkt nicht schaffen, sich aus Ihrer Partnerschaft zu befreien, ist dies kein Grund, an sich zu (ver)zweifeln. Es gibt jede Menge Fachleute, die Ihnen behilflich sein können. Machen Sie den ersten Schritt und suchen Sie sich professionelle Hilfe in Form eines Therapeuten, Coaches, einer Gruppe o.ä.

(Wenn Sie noch mehr über toxische Beziehungen und Ihre Erscheinungsformen erfahren möchten, dann lesen Sie doch gern in meiner Beitragsreihe „Toxische Beziehungen erkennen” weiter.)

1Bernhardt, Klaus: Panikattacken und andere Angststörungen loswerden, 14. Aufl., 2016 München, S. 39.

Maske im Blumenbeet © Joshua_Willson auf Pixabay | Verzweifelte Frau © Ulrike Mai auf Pixabay | Gefängnis © Ichigo121212 auf Pixabay | Giftflasche © Arek Socha auf Pixabay | Frau auf dem Gipfel © StockSnap auf Pixabay | Ketten © PublicDomainPictures auf Pixabay | Frei Sein © fsHH auf Pixabay | Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne © nile auf Pixabay

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49 Kommentare

  1. Hallo 🙂
    Ich finde diesen Beitrag so klasse geschrieben. Gibt Mut für die Zukunft. Ich selber war leider schon in mehreren toxischen Beziehungen…dieses Thema ist für mich einfach eine Herzensangelegenheit. Ich habe hierzu auch ein Buch bei Amazon veröffentlicht. Beiträge, wie deine bringen es auch einfach nur auf den Punkt. Auf das eigene Bauchgefühl zu hören ist sowas von wichtig! Ich finde auch erste Anzeichen von Respektlosigkeit sollte man nicht ignorieren.

    Liebste Grüße
    Lola Lembke

    1. Liebe Lola,
      danke für dein positives Feedback. Für mich ist das Thema auch eine absolute Herzensangelegehneit, weil ich in meiner Beratung immer wieder auf Menschen treffe, die in toxische Beziehungen geraten sind und einen immensen Leidensdruck haben. Ich sitze auch gerade an einem Buch zu dem Thema 😉
      Liebe Grüße,
      Annika

    2. Das Problem:Nachdem die Beziehung offiziell beendet worden war sind wir immer noch in einem Freundschafts -und Arbeitsverhältnis.Was das Loslassen erschwert hat.Die Trauer und Entäuschung über die verlorengegangene Liebe schwingt immer noch mit.Das Gefühl nicht gut genug gewesen zu sein bleibt und die toxischen Mechanismen die die Liebe verhindert haben auch.

    3. ja, ich kann nur bestätigen, dass die Geschichte mit dem Respekt wichtig ist. Ich habe es zwar festgestellt, aber ignoriert, die gesalzenen Rechnung kam postwendend. Ich empfehle bei Respektlosigkeit, dies anzusprechen und im Wiederholungsfall die Beziehung abzubrechen. Respektlosigkeit hat nichts mit Liebe oder “Ausrutscher” zu tun, Respektlosigkeit zeigt eine Grundhaltung, welche nicht akzeptabel ist! Ich wünsche Allen viel Kraft für positive Veränderungen !!!

  2. Vielen Dank für diesen stärkenden Beitrag, ich habe nach 15 Jahren endlich mein Ex Mann vor 2 Tagen verlassen als ich die Gelegenheit nutzen konnte und bin geflüchtet. Es fällt mir immer noch schwer da ich starke Schuldgefühle habe zu dem noch Mittleid Empfinde, ob es meine echten Gefühle sind weiß ich nicht.
    Der Gedanke endlich frei zu sein ist sehr verschwommen und Hinterfrage mich ständig. Aber es war die beste Entscheidung die ich treffen könnte.

    Dank deiner hilfreichen Post, Blick ich nach vorne.

    1. Liebe Sarah,

      danke für deine Zeilen! Du kannst sehr stolz auf dich sein – auch wenn es sich für dich vielleicht gerade noch nicht so anfühlt. Zwei Tage sind noch so frisch: Hab Geduld mit dir ,klopf dir selbst auf die Schulter und hab dich so lieb, wie du nur kannst! Du hast es verdient. Ich jedenfalls ziehe vor jedem den Hut, der es schafft, sich schweren Herzens aus etwas zu lösen, dass ihm nicht gut tut! Herzliche Grüße und halt durch, Annika

    2. Hallo danke für die bestärken den Worte ich habe einen Freund der ist süchtig nach mir er klammert an mir und wenn ich was sage ist er ständig an mir rum meckern ich habe Ihn vorgeschlagen eine Beziehungspause zu machen dann ist er ausgerastet er hat mich zwar noch nie geschlagen aber er tut mir seelisch immer weh wie er mit mir umgeht und er bestimmt immer mein Leben was ich immer machen soll wenn ich mal was sagen sagt er immer nein mein Gefühl ist es dass er mein Leben im Griff hat ich denke immer wie es so ist Single zu sein aber es gelingt mir nicht ihn zu verlassen er gibt mir auch ständig schuld an allen und er ist dann immer der gute und ich die böse ich bin unglücklich weiß nicht was ich machen soll ich suche mir auch immer im Internet was ich machen könnte wir streiten uns jeden Tag und er putzt mich runter ich fühle mich in unserer Beziehung nicht mehr wohl. Was meint ihr dazu?

      1. Liebe Victoria,
        was du schreibst, klingt alles in allem nicht „gut” (aber das weißt du ja auch längst selbst).

        Wenn es dir (noch) nicht gelingt, dich zu lösen, wäre mein Tipp, zunächst alles daran zu setzen, an den Themen Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstliebe zu arbeiten. Möglicherweise kann dir auch eine professionelle Unterstützung in Form einer kassenfinanzierten Psychotherapie, einer Selbsthilfegruppe, einer (Frauen)Beratung o.ä. helfen. Vielleichst schaust du dich einmal um, und überlegst, was gut für dich sein könnte, wenn du langfrsitig allein nicht zu einer Lösung kommen kannst!?

        Und vielleicht haben andere Mitleser ja auch noch den ein oder anderen Rat für dich!?

        Herzliche Grüße und alles Liebe, Annika

      2. Mir geht es ähnlich wie dir liebe Victoria und das ganze 4 Jahre schon ich hab off versucht los zu kommen von ihm immer wieder steht er reumütig vor meiner Tür und ich kann nicht anders und mach sie ihm immer wieder auf insgesamt sind wir fast 8 Jahre zusammen und ich 4 Jahre unglücklich es wird nicht besser werden sondern eher schlimmer für deine Seele wenn du nicht merkst das seiner Seitz Bemühungen dich glücklich sehen zu wollen kommen wenn du zu lange das mit machst wie du beschreibst wirst du ohne Hilfe nicht aus der Beziehung raus kommen und dich verändern denn das was meine Beziehung mit mir gemacht hat das bin ich nicht ich bin nicht mehr ich selbst ich bin jetzt dabei mir professionelle Hilfe zu suchen um los lassen zu können
        Liebe Grüße Franzisca

        1. Liebe Francisca,
          danke für deine Worte!
          Du triffst es auf den Punkt, denke ich: „es wird nicht besser werden, sondern eher schlimmer für deine Seele”.
          Viel Kraft auch für dich! Liebe Grüße, Annika

      3. Da bist du nicht alleine. Bei mir ist es genau gleich, nur dass wir ein Kind zusammen haben. Da wird alles viel schwieriger. Befinde mich in einem Sog, aus dem es kein entfliehen gibt. So fühle ich mich die meisten Tage 🙁

      4. Du gibst die Antwort ja selbst.Du fühlst dich nicht mehr wohl.Das heißt:Du wirst nicht genug geschätzt und unterstützt.Deine Offenheit sollte er als Chance für sich sehen,sich weiterzuentwickeln.Stattdessen will er um jeden Preis seine Macht und seinen Narzissmus aufrechterhalten-aber auf deine Kosten. Du kannst nicht mehr atmen dich spüren weil er dich besetzt Mit welchem Recht?Er müsste sich doch schuldig fühlen so wie er dir begegnet.Viel Kraft wünscht dir Lisa

    3. Hallo Sarah Krömer,
      Ich habe eine sehr ähnlich e Erfahrung gemacht wie Du. Es wurde von Seiten meiner Exfreundin idealisiert und abgewertet. Ich war emotional abhängig von Dieser Frau und habe zugelassen das sie mich mehr und mehr isoliert von meiner Familie und Freunden. Habe versucht ihr immer etwas Recht zu machen damit sie glücklich ist und habe mich zum Teil vernachlässigt. Ich bin auch quasi geflüchtet und ich kann deine Gefühle von Schuld usw gut nachvollziehen. Ich habe mir für mich eine Liste mit negativen Punkten der Beziehung gemacht die ich immer dann hervor hole wenn ich wieder zu viel grübel. Ich bin mit 40 nochmal bei meinen Eltern eingezogen damit ich die Trennung durchziehe. Das wollte ich dir nur mitteilen. Wir schaffen das 🙂

  3. Ich war mir nicht sicher ob man das was da passiert eine Toxische Beziehung nennen kann, wenn ich jedoch zurück denke ist dies eine Form davon. Es macht mich krank! ich war 17 Jahre allein erziehend, war selbstbewusst und stark. heute habe ich kein Selbstbewusstsein mehr nur weil ich mich auf sein Spiel eingelassen habe. Ich habe ein neues Hobby angefangen und mein Satz lautet Heute: “ich will das – ich kann das – ich schaff das!” Merkwürdige, wenn man bedenkt wie stark ich vor 1 Jahr noch war. Mit einem Schritt bin ich aus der Beziehung raus aber ganz geschafft habe ich es noch nicht.

    1. Liebe Sylke,
      du kannst sehr stolz auf dich sein, dass du schon einen Schritt gegangen bist – denn der erste Schritt ist immer der Anfang jeden Weges! Mit deinem neuen Hobby und deinem (wie ich finde sehr schönen) Satz, hast du dir schon einmal eine sehr gute Basis geschaffen, von der aus du weiter gehen kannst. Ich wünsche dir viel Kraft, Selbstbewustsein und Selbstliebe auf deinem weiteren Weg. Herzliche Grüße, Annika

  4. Hallo allerseits!🙂
    Ich erkenne mich in so vielen Schilderungen von vielen von euch wieder… ich denke, mein Mann hat narzisstische Züge, aber ich habe es über die Jahre hinweg verdrängt. Er kontrolliert unser ganzes Leben und bestimmt vieles. Eine Zeit lang hat es auch für mich gepasst, vor allem weil ich mit 3 Kindern beschäftigt war und ich sehr gerne Mutter bin. Ich bin (war) Lehrerin und habe den Beruf nach der Karenzzeit aufgegeben. Mein Mann verdient sehr gut und hat mir ermöglicht, zu Hause bei den Kindern zu bleiben, das komplette Familienmanagement zu organisieren und ihm den Rücken für seine Arbeit frei zu halten. Mir hat es wirklich an nichts gefehlt. Jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich aber schön langsam erkenne, dass ich sehr fremdbestimmt bin. Die Jahre letzten Jahre habe ich mich schon immer wieder aufgebäumt, damit ich meine Freiheiten nicht ganz verliere. Alles geht nämlich schleichend vor sich- es ist ein toxischer Prozess. Aber ich war auch beteiligt…
    Ich habe viel zu viel akzeptiert. Zudem bin ich ein sehr einfühlsamer Mensch und kann es nicht aushalten, wenn anderen Ungerechtigkeiten oder Leid angetan wird. Für meine Familie, als allererst für meine lieben Kinder, bin ich immer da und habe kein Problem damit, mich zurückzunehmen.
    Die Beziehung (Ehe) hat sich in den letzten Jahren sehr verschlechtert. Mein Mann ist Chef einer Firma und kann oft nicht zwischen Job und Privatleben unterscheiden. Dann will er keine Widerreden, ist fehlerlos, belehrend und bestimmend. Geht ihm was gegen den Strich, kann er sehr aufbrausend und auch ausfällig werden. Meistens kriegen wir und vor allem ich seine Probleme von der Firma ab. Dann kommt er schon Gruß- und wortlos nach Hause und findet überall etwas auszusetzen. In solchen Situationen oder im Streit geht er verbal auf mich los und macht meine Arbeit zu Hause runter und behauptet, ich hätte keine Organisation und ich schaffe es einfach nicht. Überhaupt sei es ständig im ganzen Haus unordentlich. Meine Familie und die wenigen Freunde, die noch kommen, bestätigen mir das Gegenteil. Er hat mich schon so weit, dass ich putze und aufräume, bevor er heimkommt, damit mein Mann nicht schon wieder herumnörgelt und gleich am Anfang wieder die Stimmung verpestet. Und für alles, was schiefgeht, bin ich verantwortlich und bei allem bin ich die Schuldige.
    Ich reagiere immer abweisender auf ihn und seine Art. Manchmal wehre ich mich, manchmal halte ich ihm den Spiegel vor und bin auch so gemein zu ihm, aber manchmal hab ich einfach keine Kraft. Ganz am Anfang war mein Mann anders…. ich kenne ihn gut, aber er hat so viele Facetten. Am meisten weh tut mir seine Gleichgültig und Ignoranz mir gegenüber, obwohl ich weiß, dass ihm sehr viel an mir liegt (betont er meistens bei den anderen, mir hat er es schon sehr lange nicht mehr gesagt). Auch seine Art, wenn z.B. Freunde bei uns sind, und er mich vor ihnen ausbessert oder aufzeigt, wie viel er im Leben schon erreicht hat und was er seiner Familie nicht alles bietet. Ich mag schon keine Besuche mehr, weder bei uns, noch wo anders, weil ich nicht weiß, wie er dann wieder zu mir ist.
    Es gäbe noch so viele Situationen zu beschreiben, die seine narzisstischeren Züge bestätigen, aber das würde hier den Rahmen sprengen (hab sowieso schon so viel geschrieben 😬)
    Eins muss ich noch erwähnen (obwohl es grotesk ist), aber ich liebe ihn (noch) und würde mir nichts mehr als eine harmonische, respektvolle und erfüllte Partnerschaft mit ihm ( auch wegen der Kinder !) wünschen. Nur weiß ich schon lange, dass sich das nicht erfüllen wird-
    und trotzdem (und wegen vieler andere Dinge) hoffe ich weiter.
    Ich habe nicht die Kraft und Mittel, die Ehe zu beenden. Ich denke immer wieder, alles hat einen Sinn und es wird alles gut.
    Dumm? Naiv? Träumerisch? Kämpferisch? Stark? Schwach?
    Ich weiß es nicht…
    LG, Claudi

    1. Liebe Claudi,
      sehr mutig von dir, dass du dich hier so offen äußerst. Vielen Dank dafür!

      Dass du verunsichert bist, was deine Situation (und deine Fragen: Bin ich dumm? Naiv? Träumerisch etc.) angeht, ist m.E. eine ganz normale Reaktion drauf, dass du nun schon über viele Jahre in der Beziehungsdynamik steckst, in der du eben steckst. Wir Menschen sind so gestrickt, dass wir das, was wir jeden Tag (in Beziehugen) erleben, hören, sehen usw. nach und nach zu unserer (einzigen?) Realität bzw. unserer Normalität machen.

      In meinen Beratungen habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sehr schwer bis fast unmöglich ist, sich z.B. daran zu erinnern, wie man sich Beziehung irgendwann einmal vor alle dem vorgestellt hat, solange man noch mitten drin ist. Man verheddert sich und weiß gar nicht mehr, wo oben und unten ist. Und dann kommt noch die Liebe dazu, die es nicht unbedingt leichter macht, in einer solchen Situation von der Metaebene auf das eigene Leben zu schauen.

      Das Bauchgefühl ist m.E. ein guter Indikator, um sich die entscheidenden Fragen zu beantworten. Vielleicht könntest du dort einmal ansetzen: Hinspüren, was der Bauch sagt. Vielleicht hat er auch eine Antwort darauf, welchen Gewinn du von deiner Beziehung hast.

      Ich schicke dir herzliche Grüße und wünsche dir, dass du Antwort auf deine Fragen findest, Annika

      1. Hallo Claudi,deine Geschichte liest sich wie ein Roman.Man hat das Gefühl eine Reise in ein anderes Jahrhundert zu machen.Als dasVerhältnis zwischen Mann und Frau noch genauso ungleich war. Nicht auf Augenhöhe?
        Ich kenne das.Du hast deinen Beruf aufgegeben,dich aufgeopfert verzichtest auf Anerkennung und soziale berufliche Kontakte und Entwicklungsmöglichkeiten und zum Dank wirst du zum Frustmülleimer degradiert.Wenn Ihr euch noch liebt wäre eine Paartherapie vielleicht eine Möglichkeit.Oder Ihr macht einen Tanzkurs bei dem Ihr wieder lernt euch zu synchronisieren.Firma ist nicht alles.Aber das versteht dein Mann vielleicht erst wenn er deswegen seine geliebte Frau verloren hat.Wenn der Leidensdruck erst gross genug ist wird deine Psyche schon einen Ausweg finden. Ich wünsche Euch ganz viel Mut und Kraft für Euer Glück zu kämpfen.

    2. Hallo claudi,
      Das was du geschrieben hast spiegelt meine Beziehung wieder und das schon nach drei Jahren.. und ich bin erst 22..ich kann es so gut nach empfinden nur das mein Freund möchte das ich mehr verdiene und etwas anderes mache.. (bin Friseurin) aber ich mache diesen Job so gerne und hab in der Ausbildung so dafür gekämpft.. und will und werde das auch nicht aufgeben.. das ist das einzige was mir noch bleibt.. auch mit dieser Ignoranz und Respektlosigkeit vor anderen oder vor Freunden kenn ich.. ich kann auch langsam nicht mehr.. aber ich kann auch nicht loslassen und komm nicht weg..

      1. Liebe Nina,

        danke, dass auch du hier geschrieben hast.

        Ich wünsche dir viel Kraft und dass du auf jeden Fall an deinem Job (und an dir selbst!) festhälst.

        Solltest du allein nicht zurecht kommen, scheue dich bitte nicht, dir Hilfe (Therapie, Gruppen etc.) zu suchen.

        Liebe Grüße und alles Liebe,
        Annika

  5. Ich heiße Silke war 4 Jahre mit einem Narzisten zusammen. Habe geschafft mich vor einer Woche zu trennen. Er hat meine Seele zerstört. Bin nicht der Mensch der ich einmal war. Ich habe ihm so viel Liebe gegeben, er hat sie mit Füssen getreten.Ich war immer Schuld egal was war….ich durfte zu alle dem wie er sein Leben gestalten wollte…wo ich nie mit inbegriffen war ….nie etwas sagen. Wurde mit Ignoranz gestraft und gedemütigt. Als ich ihn kennen lernte war er so lieb nach 4Monaten war er wie verwandelt…..Erst mal Urlaub alleine mit seinen Kindern …heute 21 und 18.Dann Urlaub mit Mutter Bruder und Schwester….Dann sein Hobby klettern also auch Kurse besuchen…u.s.w.Als letztes war dann irgendwann ich dran…..zumal wir eine Fernbeziehung hatten. Entfernung 5 Stunden. Ich weiss bis heute eigentlich nicht was ich wirklich für ihn war…..Trotz alledem leide ich ganz schrecklich….bin in so einem Tiefen Loch ….weiss im Moment nicht wie ich da raus kommen soll…..

    1. Liebe Silke, vielen Dank, dass du dich hier so offen äußerst. Das ist sehr mutig von dir – ebenso wie die Trennung!
      Das ist m.E. immer der erste Schritt: Die Dynamik verlassen, zur Ruhe kommen und dann langsam in der Lage sein, von „Außen drauf zu schauen”. Gib dir Zeit, um zu heilen und Dinge für dich aufzuarbeiten. Vielleicht findest du auch eine Möglichkeit, dich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder dir eine – wie auch immer geartete – professionelle Unterstützung zu suchen. Beides kann hilfreich und heilsam sein.

      Ich schicke dir herzliche Grüße und wünsche dir viel Kraft!
      Annika

      1. Ganz lieben Dank Annika das du zurück geschrieben hast. Es ist eine schwere Zeit für mich…..ich sage mir jede Minute du schaffst das….auch wenn es unter Tränen ist. L.g.Silke

      2. Ich wusste bis am Wochenende nicht, das es für meine Probleme sogar einen Namen gibt, Bos ich m7ch endlich meiner Schwester gegenüber geöffnet habe, und die mir diesen Link gesendet habe, ich bin extrem verzweifelt, bin hetzt erst wach geworden, da sich meine Schwiegermutter erhängt hat, hatte die Probleme nicht erkannt, doch jetzt wird mir alles klar, ihr ging es wahrscheinlich nicht anders wie mir und ich will nicht so enden! Ich hoffe nur, ich bekomm das hin mit der Trennung!

        1. Liebe Di,

          zunächst einmal: Mein Beileid wegen deiner Schwiegermutter!

          Gut, dass du dich deiner Schwester geöffnet hast: Das ist der erste wichtige Schritt. Vielleicht kann sie (und andere) dich auch weiter unterstützen!?

          Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg. Pass gut auf dich auf, Annika

  6. Ich bin Bine, er war der perfekte Mann für mich, alles fühlte sich so richtig an. Wir zogen nach knapp einem halben Jahr zusammen. Und dann fing er an sein wahres Gesicht zu zeigen. Zurzeit geht es mir sehr schlecht und weiß auch grad nicht mehr weiter. Ich habe Angst vor ihm und seiner Reaktion. Ich sage schon gar nichts mehr, damit er ruhig bleibt. Alles wird mir vorgeschrieben, was ich zu essen und zu sagen haben, Duschzeiten, wann ich schlafen gehen soll, ich werde immer beschäftigt und darf auch nicht schlecht drauf sein oder böse gucken dann gibt es noch mehr Ärger usw, usw. Ständig werde ich nur beleidigt und beschimpft und auch bedroht. Zweimal hat er mich schon geschuppst. Ich darf nichts alleine entscheiden. Alles muss ich machen und ich bin auch immer an allem Schuld. Gegenüber meinem Kind ist er nicht so schlimm aber in meiner Gegenwart redet er auch schlecht von ihr. Meine Freunde sind alle dumm für ihn darum lässt er mich kaum weg. Dann hätte er ja auch keine Kontrolle über mich. Mein Handy wird weggenommen, Kontakte gelöscht, Klamotten zerschnitten, Kosmetik weggenommen … Er schreckt auch nicht davor zurück bei mir auf Arbeit Terror zu machen damit ich meine Job verliere.
    Man hat Angst nicht ernst genommen zu werden, wenn man mit jemanden darüber spricht. “Trenn dich doch einfach” sind so leichte Worte aber gegenüber eines extremen Narzissten, der auch zu Gewalt neigt, schwer umzusetzen. Ich werde mich in der nächsten Woche meinem Bruder anvertrauen und hoffe, dass er mir wieder etwas Kraft gibt. Das war mal ein kleiner Ausschnitt aus meinem derzeitigen “Leben”. Auch wenn er mich so klein macht weiß ich, dass ich eine tolle liebenswerte Frau bin und auch eine gute Mutter, auch wenn ich derzeit diese “Situation” meinem Kind zumute. Ich bin weder dumm, blöd, kann nichts oder bin ein Schlampe und was nicht alles.

    1. Liebe Bine,

      danke für deinen Mut, dich hier zu offenbaren. Es ist sicher ein guter Schritt, dich deinem Bruder (und überhaupt möglichst vielen Menschen) anzuvertrauen. Es gibt keinen Grund, dich zu schämen! Jeder Mensch kann in deine Lage kommen.

      Und ja, du hast Recht: „Trenn dich” sind wirklich Worte, die von Außen leicht gesagt sind. Wäre es so leicht, hättest du es ja längst getan. Angst kann sehr lähmen.

      Versuch dich mit allem was dir zur Verfügung steht stark zu machen. Jeden Tag ein bisschen. Manchmal kann auch der Blick auf die eigene Biographie hilfreich sein und/oder das Aufsuchen (sofern seine Kontrolle das zulässt – ansonsten bleibt das Telefon oder der PC) einer (Frauen)Beratungsstelle – davon gibt es sicher auch bei dir in der Nähe eine. Denn es ist ebenfalls keine Schande aus einer solchen Beziehung nicht alleine raus zu kommen!

      Ich wünsche dir Kraft, Mut und viel Selbstliebe,
      Annika

  7. Hallo zusammen,

    bezieht sich das Wort „toxische Beziehungen“ nur auf eine feste Beziehung zwischen 2 Menschen oder können lockere Affären auch toxisch werden?

    Ich befinde mich seit mehreren Monaten in einer lockeren Affäre/ Freundschaft plus und ich leide sehr. Ich finde mich in sehr vielen Punkten wieder, wie die Angst ihn zu verlieren setzt mich in Panik. Ich bin oft am Grübeln, suche die Fehler bei mir, gebe ihm sehr viel Wertschätzung. Er jedoch überschreitet öfters meine bereits kommunizierten Grenzen, Entschuldigungen bleiben aus, im Gegenteil größtenteils wäre ich an unseren Problemen schuld und sobald mein Verhalten ihm missfällt wird er mürrisch, zickig und redet mir indirekt durch die Äußerung gewisser Worte ein schlechtes Gewissen ein. Tage später werden seine Handlungen dann wieder als Spaß von seiner Seite abgetan.
    Trotz all dem habe ich den Absprung nicht geschafft und leide seelisch ( Schlafstörungen, kein Selbstbewusstsein mehr) als auch körperlich (Gewichtsabnahme).

    1. Liebe Nadine,

      grundsätzlich kann jede Form der zwischenmenschlichen Beziehung (ganz gleich ob Paarezeihung, Freundschaft, Kollegen, Affairen etc.) toxisch sein bzw. in eine toxische Dynamik geraten!

      Wenn du merkst, dass es dir auch weiterhin schlecht, weil du den eigentlich benötigten Absprung nicht schaffst, würde ich dir dazu raten, dir eine wie auch immer geartete Unterstützung, z.B. in Form von Foren, Selbsthilfegruppen, Psychotherapie, Beratung oder Coaching, zu suchen.

      Viel Kraft und alles Liebe, Annika.

  8. Hallo,
    Ich weiß nicht so Recht, ob ich mich in einer toxischen Beziehung befinde, aber was ich weiß, ist das ich nicht mehr glücklich in der Beziehung bin (das mal aufzuschreiben tut weh, aber es entspricht einfach der Wahrheit, dabei war glücklich zu sein, alles was ich jemals wollte). Die Gründe warum ich mich unglücklich in der Beziehung fühle wären: weil wir uns ständig streiten, weil er sich kaum oder so gut wie gar nicht für mein Wohlbefinden interessiert, weil er fast nie Zeit mit unserem Sohn verbringt und alles auf mir sitzen bleibt(er geht zwar arbeiten, ist aber öfters mal Arbeitslos und nicht mal da hat er Zeit, um mit seinem Sohn zu spielen) er misstraut mir möchte aber von mir, dass ich ihn vertraue. Obwohl er mein Handy durchsucht darf ich nie in seiner Nähe sein, wenn er sein Handy in der Hand hält. Ich darf zwar raus aber dann nur mit meinem Sohn und sogar da wird mir misstraut. Aber er darf nachts mit seinen Jungs rausgehen wann immer es ihm passt. Und ich darf ja nicht zu viele Fragen stellen sonst kommt es so rüber, als würde ich ihm Misstrauen.
    Die Gründe warum wir streiten sind absoluter Blödsinn, hier ein paar Beispiele: Früher war es, weil ich das Essen nicht rechtzeitig fertig hatte, nachdem er von der Arbeit heim gekommen war, letztens war es, weil ich ja seine Frau bin, muss ich ihm, wenn wir verreisen seine Sachen einparken und ohne das er ein Finger rührt oder sich mit mir austauscht, muss ich wissen, was er alles in seinen Koffer gern hätte. Es sind einfach so viele Gründe da wo ich vielleicht ein ganzes Buch bräuchte um sie zu schildern.
    Meine Frage ist, ob sich das nur für mich schlimm anfühlt und für euch da draußen alles harmlos und normal erscheint. Ihr müsst wissen ich habe einen nicht vorhandenen Selbstbewusstsein und das war schon immer so, aber mit der Zeit wird es immer schlimmer, weil er noch dazu andere Frauen anschauen muss, ob im Internet oder live. Jenes ist mir schon bei unseren ersten Treffen aufgefallen, aber damals hat er mich als paranoid dargestellt und ja heute hat sich dabei nichts geändert. Und ist es normal das er sich Pornos anguckt, das absurdeste ist ja, das er nicht möchte das ich mit anderen Jungs etwas anfange, aber wenn er dabei zuschauen könnte und involviert wäre, würde er es zustimmen.

    Ich würde mich auf eine Antwort sehr freuen, weil ich mich bis jetzt noch nicht getraut habe mit jmd. anders darüber zu reden.

    Mit freundlichen Grüßen!
    Arofes

    1. Hallo Arofes,

      erst einmal ein dickes Lob an dich, dass du hier schreibst und dich vor dir und uns “ehrlich machst”. Das ist auf jeden Fall schon einmal ein erster Schritt in ein besseres Selbstbewusstsein.

      Allein die Tatsache, dass du massiv an dir, deiner Wahrnehmung und deinen Gefühlen zweifelst, zeigt schon ,dass du etwas für sich tun solltest. Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben und wenn es dir mit deiner Beziehung nicht gut geht, dann hast du ein Recht darauf, daran etwas zu verändern!

      Mein Tipp: Vertraue dich Menschen in deinem Umfeld an. Vielleicht deiner Familie oder wennn diese sich nicht anbietet, dann sprich mit Freunden. Vielleicht kann auch professionelle Unterstützung in Form einer Therapie, einer Beratung oder eines Coachings helfen.

      So oder so, zweifel nicht an deiner Wahrnehmung, sondern tu etwas Gutes für dich und stärke dich.

      Liebe Grüße,
      Annika

  9. Ihr fantastischer Beitrag bringt das Problem “Toxische Beziehung”, so wie ich sie selbst erleben musste, absolut auf den Punkt. Ich beschäftigte mich mit der Problematik, die auch unter “Gaslighting” beschrieben wird, fast 1 1/2 Jahre, und litt darunter, bis ich es endlich schaffte, die Reißleine zu ziehen.

    In der Zwischenzeit wurde ich durch Schuldgefühle gepaart mit Verlustangst seelisch so krank, dass ich nicht mehr arbeiten konnte und sogar in eine Tagesklinik musste. Daran war sicherlich meine Beziehung allein schuld, es war vielmehr ein Cocktail aus unterschiedlichen Krisen, aber das krankhafte Verhältnis zu meiner ehemaligen Partnerin warf mich immer wieder zurück und verhinderte, dass ich meine Identität wiederfand.

    Erst nach weiteren Wochen fand ich im August diesen Jahres endlich die Kraft, mich zu trennen und begann quasi ganz neu bei NULL.

    Gute (platonische) Freundinnen, die schon seit vielen Jahren gekannt hatte, verlor ich durch den Kontrollzwang und die Auflagen meiner Ex-Partnerin. Damit waren ganz klar alle Grenzen überschritten worden. Aber aus Angst wehrte mich nicht.

    Ich kann nur jedem Menschen, dem es ähnlich geht, raten diesen Blogbeitrag zu verinnerlichen und gegebenenfalls weiter individuelle Hilfe zu suchen. Denn viele kommen da nicht alleine raus.

    1. Vielen herzlichen Dank für diesen umfangreichen und informativen Beitrag, Herr Kotzsch! Toll, dass Sie es geschafft haben, die Reißleine zu ziehen! Aus meinem Beratungsalltag weiß ich, dass das alles andere als leicht ist! Hut ab! Ich wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg weiterhin alles Gute! Herzliche Grüße, Annika Felber

  10. Hallo ihr lieben,
    wieder beginnt ein Tag der mich viel Kraft kosten ! Und der einzige Grund das ich es überhaupt jeden Tag aus dem Bett aufstehe sind meine absolut zauberhaften jungs. Ich habe den Absprung schon mehrmals versucht. Aber e hat leider nicht geklappt. Weil ich keine Freunde oder Familie hatte…..
    Aber ich habe versucht mich wieder ein bisschen aus der Isolation zu lösen…und das war mein Glück ( auch wenn das die Konflikte zuhause auf die Spitze getrieben hat …bin ja jetzt nicht mehr nur 24 Stunden für ihn da) den ich habe einen Menschen kennen gelernt der es schon geschafft hat sich aus einer toxischen Beziehung zu lösen . Und es tut so gut endlich mal wieder das Gefühl zu haben ICH bin es wert hilfe zu bekommen,
    ICH es wert das man sich um mich kümmert. Ich habe jemanden gefunden der unten in der schlucht steht um mich aufzufangen wenn ich bereit bin zu springen….
    ICH WERDE MICH AUS DIESER TOXISCHEN BEZIEHUNG LÖSEN !!!
    Aber zuerst werde ich meine fühler noch ein bisschen ausstrecken und um noch mehr sicher rettunsringe zu finden die mich auf meinen weg unterstützen können…
    ICH SCHAFFE DAS !!!!!
    Und ich freue mich auf ein Leben danach .

  11. Hallo,
    mir fällt es sehr schwer über meine jetzige Situation zu schreiben, aber es ist auch gut zu sehen, dass ich nicht alleine bin und deshalb fasse ich jetzt meinen Mut zusammen und erzähle euch meine Geschichte. Ich bin seit 3 Jahren in einer Beziehung, anfangs wie nun mal in jeder Beziehung war alles super und ich hatte die rosa-rote Brille auf. Nach wenigen Wochen kam der erste Streit, weil mein Partner mir nicht vertraute und mich als Schl**** betitelte. Er war der Meinung, dass ich eine Schl**** bin weil ich vor ihm ein glückliches Single Leben geführt habe und nun mal auch unterschiedliche Sexualpartner hatte. Ich wurde von ihm blockiert und konnte ihn nicht mehr erreichen, wenige Zeit später entblockte er mich wieder und suchte den Kontakt. Er habe es so nicht gemeint… frisch verliebt und glücklich darüber, dass er mich doch will habe ich ihm verziehen und es war alles wieder gut. Genau die gleiche Situation wiederholte sich immer und immer wieder… In meiner Verliebtheit macht ich alles mit. Als nächstes begann er meine Freundinnen zu kritisieren, es seien alles Schl*** und ich solle mich mit der einen oder anderen Freundin nicht mehr treffen, er zwang mich sogar die Nummern aus meinen Handy zu löschen und teilweise hat er Freunde blockiert…. regelmäßig wurde das Handy durchstöbert und kontrolliert. Nach ca. einem Jahr beschlossen wir zusammenzuziehen, denn er hat bereits ein Haus gebaut. Eingezogen, eingelebt… anfänglich war alles gut doch dann begannen die Streitereien erneut. Das Essen muss pünktlich auf dem Tisch stehen, die Wäsche muss gewaschen sein und Alkohol darf ich auch nicht trinken, das gehört sich für Frauen nicht. An ein Treffen mit Freunden ist nicht mehr zu denken, geschweige denn eine Freundin zu uns nach Hause einzuladen. Mich zu besuchen bei meiner Schwester oder Mutter zu begleiten, hält er auch nicht für nötig. Seine Eltern wohnen direkt nebenan und die sieht er täglich, ein gutes Verhältnis zu meiner Familie aufzubauen ist scheinbar auch nicht notwendig. Seine Freunde kommen uns regelmäßig abends besuchen und es wird hier und da ein Bier getrunken….. immer unglücklicher beschließe ich mich meine Sachen zu packen und aus dem Haus auszuziehen. Ich habe den Absprung geschafft, endlich. Doch plötzlich steht er vor der Tür meiner Mutter und bittet mich zurückzukommen, er wird sich ändern und hat es alles nicht so gemeint. Diese ganze Geschichte wiederholte sich 3 mal. 3 mal samt Kleidung und Möbel ausgezogen, drei mal zurückgekehrt, weil er immer wieder vor der Tür steht und um Verzeihung bittet. Er wird sich ändern. Das letzte Mal war zu Beginn des Jahres… von nun an schien alles gut zu laufen. Ich durfte mich auch hin und wieder mit einer Freundin oder Arbeitskollegin treffen, je später es wurde, desto mehr Nachrichten habe ich dann aber erhalten wo ich bin, mit wem ich bin und das Misstrauen beginnt wieder von vorne. Sobald ich zuhause war, verhält er sich wieder normal, es wird aber dann wieder das Handy kontrolliert…. Kontakt zu meiner Familie wird immer noch nicht gepflegt…. mit 27 habe ich nun mittlerweile einen Kinderwunsch, für ihn war aber alles zu viel und er fühlt sich unter Druck gesetzt… es kommen immer nur aussagen wie; alles zu seiner Zeit…. kommt noch. Vor ca. 3 Wochen habe ich Depressionen bekommen und habe meine Sachen gepackt und bin erneut zu meiner Mutter. Nun hat er wieder vor der Tür meiner Mutter gestanden und ich bin wieder zurückgegangen…. ich bin momentan einfach hilflos. Er weiß von meinen Depressionen und will mir helfen da wieder rauszukommen, er ist plötzlich für alles bereit.. Heirat, Kinder …. er motiviert mich täglich zum Sport und will mir aus den Depressionen raushelfen und ist plötzlich so gut zu mir. In meinem jetzigen Zustand bin ich über jede Hilfe und Kraft von außen froh… und ich schaffe es auch nicht mich aus dieser Beziehung zu befreien. In 2 Wochen habe ich einen Termin für ein Erstgespräch bei einem Psychotherapeuten. Ich hoffe das mir eine Therapie helfen wird und ich die Dinge bald wieder klarer sehen kann und wieder auf eigenen Beinen stehen kann.

    1. Hallo liebe Lana,

      danke, dass du den Mut hast, hier offen über deine Beziehung und deine Notlage zu sprechen.
      Erfahrungsgemäß ist reden (oder auch schreibene) in Situationen wie deinen immer gut.
      Toll, dass du dir ein Gespräch mit einem Psychotheraoeuten gesucht hast! Das finde ich sehr mutig und ich wünsche dir von Herzen, dass du (wieder) einen Weg zu dir, deinen Bedürfnissen und einem autonomen Leben findest.

      Alles Liebe und viel Kraft sendet dir,
      Annika

  12. Hallo. Ich heisse Sandra und bin im 6. Monat schwanger von einem Mann, der narzisstische Züge hat und mit dem ich mich seit über einem Jahr in einer Beziehung befinde. Ich schaffe es nicht, mich von ihm zu lösen. Jedes mal, wenn er nach Trennung oder Kontaktabbrüchen wieder liebevoll auf mich zu kam, er mir sagte er würde sich ändern, habe ich es geglaubt und mich wieder darauf eingelassen.
    Ich habe mir nur ein Familienleben gewünscht und ich dachte er würde sich ändern. Vor allem jetzt wegen des Babys.
    Aber es zählt nur er.
    Nur er, seine Arbeit (er ist selbständig) und sein Status Quo. Sein Geld und Besitz. Ich habe mich in ihn verliebt, wo ich von all dem noch nichts wusste. Und ja, ich denke immer an die schönen Zeiten zurück.
    Das Problem war auch, dass er noch in einer Beziehung war, als wir uns kennen und lieben lernten. Er hat lange gebraucht um sich zu trennen. Denn seine ex arbeitete mit in deiner Firma und sie hat dort wichtige Aufgaben im Büro erledigt.
    Er hat immer so gehandelt, wie es ihm gerade passte. Ohne Rücksicht auf meine Gefühle oder meine Sorgen und Ängste.
    Ich habe mich jetzt erneut getrennt, denn nicht nur dass er mich in der Schwangerschaft alleine lässt ist eine Qual für mich, sondern auch sein Verhalten mir gegenüber.
    Ich bin sehr sensibel und er hörte einfach nicht auf mich nieder zu machen. Obwohl ich unter Schmerzen im Bauch seine Arbeit privat und beruflich erledigt habe.
    Ich habe bereits eine Tochter aus einer früheren Beziehung. Sie ist 9. Und sie hat es mit erlebt, wie er mit mir umgegangen ist.
    Ich habe geweint und mich immer kleiner gefühlt.
    Als ich Aufstand, die Sache beendete und mit meiner Tochter ging, war es ein befreiendes Gefühl.
    Ich habe zum Glück noch meine eigene Wohnung.
    Hier fühle ich mich sicher und wohl.
    Das paradoxe ist: ich liebe ihn trotzdem und ich habe Angst ihn gehen zu lassen bzw zu verlassen.
    Aber mein Bauch Gefühl das ich immer verdrängt habe, hat mir wie hier im Beitrag steht von Anfang an kein gutes Gefühl gegeben.
    Doch ich habe es versucht und habe gekämpft, denn ich dachte ich kann ihn mir erfüllen. Den Wunsch eines Familienlebens.
    Eure Sandra

    1. Liebe Sandra,

      es tut mir leid, dass es Ihnen in der Schwangerschaft so ergehen muss. Sie wissen es ja sicher selbst: Es ist jetzt ganz wichtig, dass Sie gut auf sich und das Baby aufpassen. Holen Sie sich alle Hilfe, die Sie bekommen können (Freunde, Familie, Austausch mit Menschen, die ähnliches erlebt haben, evtl auch professionelle Unterstützung) und versuchen Sie möglichst, sich wieder “groß” und autonom zu machen. Vielleicht kann dabei auch die Arbeit mit dem inneren Kind helfen Und/oder ein Blick in die eigene Biografie.

      Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute für Ihren Weg. Passen Sie gut auf sich auf.

      Liebe Grüße,
      Annika felber

  13. Hallo,

    ich bin seit fast 9 Jahren mit meinem Freund zusammen und wir wohnen auch schon seit 6 Jahren zusammen. Seit 4 Jahren haben wir auch ein gemeinsames kleines altes Haus auf dem Land, das viel Renovierung bedarf. – Am Anfang wurde ich mit sehr viel Liebe überschüttet. Ich hatte das Gefühl, früher noch nie so geliebt geworden zu sein. Wir waren von Anfang an sehr viel zusammen. Fast jeden Tag. Aber ich hatte weiterhin meine Freunde und Hobbies. Die ersten Wochen/Monate waren schwer für mich. Einerseits war ich im „Rausch“ des Verliebtsein, andererseits mußte ich mich entscheiden, ob ich bei ihm bleibe und auf meinen Kinderwunsch verzichte oder mich für meinen Kinderwunsch entscheide. Da ich diese Liebe als Geschenk empfunden habe, habe ich mich für meinen Freund entschieden. – Einfach war es nie. Wir sind 13 Jahre auseinander, er ein Künstler/Freigeist, ich zwar auch künstlerisch, aber doch auch etwas bürgerlich, sicherheitsbedürftig, planerisch. Gegensätze ziehen sich an. – Als ich zu ihm gezogen bin, war das ein großer Kampf, das Gefühl zu bekommen, anzukommen, meinen Platz zu bekommen. Gemeinsam freudig Sachen zu entscheiden und zu überlegen mit Spaß, eher nicht. Es kam mal eine Bekannte zu Besuch, die sagte „hier bekommst Du Deine Füße nie auf den Boden“. Dieser Satz hat sich so bei mir eingebrannt, auch wenn ich ihn vielleicht heute erst verstehe. Mit dem Erwerb des alten Häuschens auf dem Land, nahmen die Schwierigkeiten zu. „Du willst immer alles planen und bestimmen. Du machst mich und meine Spontanität kaputt. Ich habe schon gar keine Lust mehr etwas zu machen“. Mein Ansatz war: gemeinsames Projekt, gemeinsame Überlegungen, gemeinsame Entscheidungen, aber auch Lernen Kompromisse zu machen. Das Häuschen ist klein, unsere Wohnung ist klein, er arbeitslos, liegt meist nur auf dem Sofa oder geht Angeln und man sitzt schon oft aufeindner rum. Das erdrückt mich. Und wir sind fast jeden Tag zusammen. Manchmal schaffe ich es, mir innerlich Freiraum zu schaffen und nicht an diese gemeinsame Enge zu denken, eigentlich wünsche ich mir Gemeinsamkeit und Nähe, aber auch gemeinsames Kochen endete meist in Streit, weil er auch da immer alles bestimmen wollte. Vielleicht bin ich auch zu unrealistisch. Der Freund ist nicht die Freundin mit der man gerne gemeinsam etwas kocht/bastelt/beredet. – Mit der Zeit ist mir dann immer mehr aufgefallen, aber vielleicht auch erst jetzt so richtig, daß er irgendwann anfing aus unerklärlichen Gründen völlig auszuflippen und mich anzumachen. Er kommt Heim und ich habe noch nicht abgewaschen, er flippt aus, er kommt Heim, wir wollen weg und ich komme gerade erst aus der Dusche, aber er muß auch noch duschen und flippt völlig aus. Ich sage ihm, daß ist aber meine Duschseife und keine Handwaschseife, und er flippt aus. … Sicher hat sich mein Ton mit den Jahren auch verändert und ich werde auch ungeduldig und manchmal unfreundlich, aber bei ihm hageln dann die unglaublichsten Beleidigungen und er sagt auch so Sachen wie „wenn Du ein Kerl wärst, hätte ich Dir schon lange in die Fresse gehauen.“ Wenn ich ihn frage warum er so ist, dann bin ich natürlich schuldig, da ich ihn ja angemacht habe und dann sagt er, hätte er jedes Recht verbal zurück zu schlagen. – Ich habe langsam das Gefühl aufzuwachen. Ich habe leider einen Vater, der auch ständig Ausbrüche hatte. Als Kind hat man immer versucht alles richtig zu machen, damit ja kein Anschiss folgt. Und in dieser Angsthaltung bin ich jetzt auch wieder. – Ich denke immer wieder darüber nach mich zu trennen. Weil es ein ständiger Kampf ist. Jeder will irgendwie Anerkennung und Verständnis haben, aber keiner kann es wohl dem anderen auf einem wohlwollenden guten kommunikativen Weg vermitteln. Entschuldigen tut er sich fast nie. Er sagt, das bringt doch nichts. „Kannst Dir Deine Entschuldigung schenken.“ Heute morgen sagt er, er möchte diese ständigen Streitereien nicht und er kennt sein Verhalten so auch nicht. Aber es ist sehr selten, daß ich das Gefühl von ihm bekomme, daß er denkt, daß auch er mit an dieser Situation beteiligt ist. Wir waren einmal bei einer Paarberatung, aber wir wurden abgelehnt. So richtig habe ich nicht verstanden warum. Im Mittelpunkt des Gespräches stand, daß mein Freund eine gute Freundin hat, er hat sie während meiner Zeit kennen gelernt, aber er stellt sie mir nicht vor. „Ich möchte auch noch was für mich alleine haben. Du hast Dich bisher immer überall eingemischt. Du willst alles kontrollieren. Und außerdem habe ich ihr schon einiges von Dir erzählt und sie will Dich gar nicht kennen lernen.“ Ich habe immer wieder versucht, sein Bedürfnis zu verstehen. Jeder braucht auch andere Freunde, das ist gar kein Thema. Ich glaube auch das da nichts ist, aber es tut mir immer wieder so weh zu sehen, daß er mich ausschließt und mir und meinem Bedürfnis nicht entgegen kommt. ––Zuneigung––. Ich bekomme von ihm kein Verständis für mein Gefühl. Und ich komme mir dann vor wie die blöde kleine eifersüchtige Freundin. – Warum verlasse ich ihn nicht?: Ich glaube es ist jetzt schon ein Jahr ziemlich extrem mit meinen Gefühlen. Es gibt Phasen da ist es manchmal besser und man ist so fest in diesen Rhythmus 3 Tage in der Stadt, 4 Tage auf dem Land eingebunden. Und das „auf dem Land sein“ war so ein großes Versprechen, so eine große Hoffnung auf was Schönes/Gemeinsames. Ein kleines Paradies. Aber das ist es nicht mehr. Ich komme selten ohne ein zermürbendes Gefühl zurück. Momentan ziehe ich mich immer wieder zurück und bleibe alleine in der Stadt, um zur Ruhe zu kommen. Ich komme mir dann schon so vor, als würde ich meine Beziehung verraten. Ich fühle mich nicht glücklich, aber manchmal bin ich mir nicht mehr sicher, ob das nicht auch ein Grundton von mir ist. – Aber ich sehe auch, was ich alles zulasse und was ich mir antue. Obwohl ich doch nur lieben wollte und mit jemandem ein schönes friedliches Leben haben wollte. Was er selber ja auch immer als seinen Wunsch betont. Er wirft mir vor, daß ich ihn immer wieder in diese Wechselbäder aus Gefühlen stürze. „Fang doch Du an!“ Ich weiß manchmal nicht mehr, wie ich wirklich bin. Sicher kann ich direkt sein und manchmal auch etwas schnippisch und zickig. Was ich so irritierend finde ist, daß jemand, der so unsensibel ist mir gegenüber, so hyper-empfindlich ist, wenn es um ihn geht. Wenn er vor dem Schlafengehen wieder ein Hörspiel auflegt und ich dann leicht genervt sage, muß das denn unbedingt wieder sein, sagt er „morgen bin ich ja weg, dann kannst Da ja da kein Hörspiel hören.“ Ich bin dann genervt und sage so was ähnliches wie „nie erreiche ich, was ich will“. Das war sicher nicht die beste Kommunikation, aber letztendlich bin ich dann in seinen Augen wieder diejenige, die den Abend zerstört hat. Und ich kann mich danach nicht mehr beurteilen, ob ich jetzt so heftig war, daß er wieder eine riesige Diskussion anfangen muß. Mir ist es zum Heulen. Und manchmal sagt er „das liegt vielleicht daran, daß Du jetzt schon in die Wechseljahre kommst. Früher warst Du nicht so.“

    –– Das war jetzt viel und ich könnte noch weiter und weiter schreiben. Vielleicht hilft das schon allein um etwas im Kopf und in den Gefühlen weiter zu kommen. Meine Freunde mag ich manchmal schon gar nicht mehr anrufen, weil ich eigentlich nur jammern und heulen und mich bedauern will? –– Es war von Anfang an ein Versprechen, daß er da ist und auch nicht so leicht abhaut, aber wie soll man sich fühlen, wenn jemand ständig im Streit sagt, dann trennen wir uns halt, müssen halt schauen, wie wir alles auseinander dividieren. Und kurz danach oder 2 Tage später geht dann alles wieder ohne Entschuldigung/Klärung von vorne los. Aber ich schaue mir manchmal schon Wohnungen an. Obwohl ich an anderer Stelle dann wieder um die Beziehung kämpfen will. Aber kann man bei so 2 Menschen noch was mit Gesprächstherapie und Kommunikationshilfe machen? Die eine Therapeutin aus der Paarberatung meinte, bei Ihnen wäre das nur Kosmetik, ich kann ihnen nicht helfen, ihren Auftrag nicht annehmen. Und mir ging es darum, dass man wieder aufeinander hört, respektvoll ist und lernt gut miteinander zu kommunizieren. Und sie stelle meinen Freund so dar, das sein Auftrag ist „Machen Sie, daß meine Freundin mich nicht so kontrolliert“. (Wo fängt Kontrolle an? Wo ist sie normal? Was ist zu viel?) Aber ich weiß nicht, ob ich dazu noch Kraft habe. Und wenn, dann bleibt immer noch das Problem, das ich gerne meine Arbeit mache und mein Freund am liebsten „faul“ ist und man nicht das Gefühl hat, das er für irgendwas richtig Interesse hat, nach etwas strebt. Aber das macht er sich auch frei von unserem „Gesellschaftsdruck“.

    Ich danke Euch fürs Lesen. Wahrscheinlich könnt Ihr den Wahnsinn noch viel besser sehen als ich, aber vielleicht übersehe ich dabei auch meine Fehler. Ich weiß, auch ich mache Fehler und habe Fehler gemacht Was ist, wenn man dem anderen nicht vertraut, wenn er diese Geheimnisse hat? Schnüffeln ist eigentlich No-Go und Vertrauensmissbrauch und alles was man findet, kann man, wenn es nicht eindeutig ist, falsch interpretieren. Wann ist das Bauchgefühl nicht mehr richtig gesteuert? Aber ich weiß, jedes Mal, wenn ich auch früher ein komisches Gefühl hatte, konnte ich dem komische Gefühl vertrauen …

    Danke, D.

    1. Liebe D.,

      herzlichen Dank dafür, dass du uns an deiner Geschichte teilhaben lässt. Ich wünsche dir, dass du dein Vertrauen in dein Bachgefühl zurückgewinnst und den Weg gehen kannst, der für DICH und DEINE Bedürfnisse der beste ist.

      Liebe Grüße und alles erdenklich Gute für dich,
      Annika Felber

      1. Liebe Annika,

        Danke für die unbeabsichtigten Bilder, die Du mir durch das „BACH-GEFÜHL“ gegeben hast.
        1.
        Der Bach: Fließen, Klarheit, Belebung, Bewegung, Reinigung, Richtung, Auflösung.
        2.
        Johann Sebastian Bach: erhabene, „göttliche“ vielbeschreibende Musik, die so vieles in einem bewegen kann.

        Schöne Grüße und viel Sonne, D.

  14. Hallo,
    nachdem ich den Artikel gelesen habe, fürchte ich, befinde ich mich in einer toxischen Beziehung…wir sind noch recht frisch zusammen – 6 Monate und alles müsste wundervoll sein…das war es am Anfang auch, bis dann nach ca. 4 Monaten es anfing und ich ständig kritisiert wurde: Mein Kleidungsstil (mal bin ich zu schick, mal zu sportlich angezogen, mal hab ich was tolles an und eine Woche ist das selbe Outfit unmöglich), es heißt: wie willst du deine Kinder kleiden später, wenn du dich selbst nicht anziehen kannst, jede Hautunreinheit wird betont, ich werde als Pickelfresse beleidigt, die Art und Weise wie ich spreche oder ans Telefon gehe, mein Job würde ja nicht zu mir passen, meine Hobbies und Freunde, alle anderen Menschen im Umfeld werden ständig nieder gemacht, wenn wir mit Freunden was unternehmen, wird mein Verhalten bis ins kleinste Detail analysiert und mir vorgeworfen, ich hätte anders reagieren und bestimmte Sachen sagen sollen, dass ich nicht klarkomme, dass ich das ja sowieso alles nicht kann, es werden verletzende Bemerkungen zu meinem Äußeren gemacht und wenn ich das anspreche heißt es: ich werde weiter machen, auch wenn es dich verletzt, weil mich das nervt und ein Problem für mich ist…ich solle mal was geiles Kochen, mal was geiles Unternehmen und und und…alle meine Vorschläge für die Freizeitgestaltung werden als „langweilig, ist ja eh nicht meins“ abgestempelt…in gemeinsamen schönen Momenten kippt die Stimmung manchmal von null auf hundert und das kritisieren geht wieder los: „du hast ja wieder nichts zum anziehen, wenn wir uns mit Freunden treffen“, deine Haare wachsen zu langsam und für mich ist es ein Problem, weil mich das so nervt…irgendwie kommt es immer wieder dazu, dass mir mit Trennung gedroht wird, wenn sich mein Verhalten nicht ändert oder ich nicht endlich mal meinen Job wechsel, shoppen gehe und und und…

    Bin ich zu empfindlich, wenn mir das so an die Nieren geht? Es heißt: ich meine es ja nur gut mit dir..oder ist es schon eine toxische Beziehung mit einem Narzissten?

    1. Liebe C.,

      eine Paarbeziehung solte uns unterm Strich stärken und nicht (dauerhaft) schwächen oder verunsichern. Du merkst es ja schon nach 6 Monaten: Irgendetwas stimmt da bei euch mit der Wertschätzung und der Augenhöhe so gar nicht. Da ist es m.E. am Ende gar nicht wichtig, ob du mit einem sogenannten Narzissten zusammen bist oder nicht. Er tut dir/ Ihr tut euch in eurer Dynamik nicht gut.
      Was hält dich an jemandem, der dich beleidigt? Dir nicht gut gut? Die erste Antwort ist meist Liebe. Doch daran knüpft meist die weitaus spannendere Frage:
      Wie definierst du Liebe? Ist Liebe bei dir an bestimmte Verhaltensweisen deinerseits gekoppelt (eigene Bedürfnisse zurückstellen, sich um den anderen kümmern etc.)? Kennst du diese Rolle vielleicht bereits aus deinem Leben?
      Sprich mit Freunden und Familie darüber und hol dir eventuell weitere Unterstützung, wenn das nicht reicht.

      Schau genau hin! Wenn er nicht bereit ist, etwas zu ändern, dann änder du etwas für dich.

      Alles Liebe für dich,
      Annika Felber

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