5 Tipps aus meiner Beratung, die Ihnen helfen werden, noch heute zu einer Entscheidung zu gelangen

Wir alle kennen die kleinen und großen Entscheidungsschwierigkeiten des Lebens: heute lieber Spaghetti oder doch lieber Pizza? Früh ins Bett oder doch noch eine Folge der Lieblingsserie gucken? Verlasse ich meinen Partner/meine Partnerin oder bleibe ich? Schmeiße ich meinen Job hin oder nicht?
Der Münchner Hirnforscher Ernst Pöppel geht davon aus, dass wir rund 20.000 Entscheidungen pro Tag treffen. Man könnte also sagen, Entscheidungsfindung gehört mehr oder weniger zu unseren Hobbys. Doch während die kleinen Alltagsentscheidungen, so Pöppel, innerhalb von 3 Sekunden gefällt werden, quälen uns die „großen“ Entscheidungen oft über Wochen, Monate oder gar Jahre. Dieser Schwebezustand stresst Körper und Psyche. Im schlimmsten Fall führen aufgeschobene Entscheidungen in einen Burn-Out oder eine Depression.

Auch Sie quälen sich mit einer Entscheidung? Wie Sie es auch drehen und wenden, Sie kommen nicht weiter? Dann versuchen Sie es doch einmal mit diesen 5 Wegen aus dem Dilemma:

1. Die etwas andere Pro-contra-Liste

Jeder kennt sie: die Pro-contra-Liste. Und jeder weiß: Bei schwerwiegenden Dilemmata hilft sie nur selten bei der Entscheidungsfindung. Probieren Sie doch einmal die etwas andere Pro-contra-Liste aus:

Hierfür brauchen Sie zwei „Anker“, z.B. zwei Stühle, zwei Fußmatten oder zwei Zettel. Markieren Sie Ihre gewählten Anker mit Ihren beiden Entscheidungsmöglichkeiten! Nun setzen Sie sich auf den Stuhl bzw. stellen sich auf die Matte/den Zettel, der für die erste Entscheidung steht. Stellen Sie sich vor, Sie haben sich für diese Möglichkeit entschieden! Wie fühlt es sich an? Welches feedback gibt Ihnen Ihr Körper? Was können Sie wahrnehmen? Nehmen Sie sich Zeit und spüren Sie ganz genau nach! Möglicherweise helfen an dieser Stelle auch Fragen wie: Wo will ich in 5 Jahren sein? Wer will ich sein? Welche Werte möchte ich vertreten?

Stehen Sie auf, schütteln Sie die Entscheidung wieder ab und durchlaufen Sie den gleichen Prozess für die zweite Entscheidungsmöglichkeit! Vielleicht merken Sie im Laufe dieser kleinen Übung, dass keine der beiden Lösungen sich wirklich gut anfühlt. Sollte Ihnen eine dritte Möglichkeit in den Sinn kommen, probieren Sie auch diese aus!

2. Blockaden aus dem Weg räumen

Sie glauben, dass Sie sich eigentlich längst entschieden haben, aber Sie verharren dennoch im jetzigen Zustand? Damit sind Sie nicht allein. In meinem Beratungsalltag begegne ich immer wieder Zu-Beratenden, die eigentlich längst ganz genau wissen, was es zu tun gilt. Dass sie es dennoch nicht tun, liegt zumeist daran, dass Ihnen noch etwas im Weg steht.

Stellen Sie sich folgende Fragen: Was hält mich von meiner Entscheidung ab? Was fehlt bzw. was brauche ich noch, um mich entscheiden zu können? Unterteilen Sie dabei in innere und äußere Faktoren. Dann machen Sie sich einen Plan! Fangen Sie damit an, wie Sie im Außen die Bedingungen schaffen können, die Sie brauchen, z.B. Familie und Freunde um Hilfe bitten, Wissen einholen etc.! Dann überlegen Sie, wie Sie ihr inneres System stärken können! Hierfür können Sie sich z.B. vor Augen führen, wann Sie bspw. einmal besonders entscheidungsfreudig, selbstsicher oder mutig waren. Wie ist Ihnen das damals gelungen? Was können Sie ganz konkret für sich tun, damit es wieder gelingt?

3. Den inneren Krieg schlichten

Jeder Mensch trägt ganz unterschiedliche Anteile in sich. So besitzen Sie möglicherweise einen Sicherheitsliebhaber, der sich wegen des Hauses auf gar keinen Fall vom Partner trennen will. Gleichzeitig gibt es in Ihrem inneren Team den Freiheitskämpfer, der den Sicherheitsliebhaber so gar nicht leiden kann und kräftig dagegen hält. Nicht selten hadert auch der Harmonieverfechter mit dem Selbstverwirklicher. Sie werden Ihr inneres Team am besten kennen. Setzen Sie sich hin und versuchen Sie einmal, mit allen Anteilen ins Gespräch zu kommen – ganz ähnlich wie bei einer „echten“ Teamsitzung! Diskutieren Sie! Verhandeln Sie! Wie kann bspw. der Sicherheitsliebhaber auf seine Kosten kommen, wenn Sie Ihren Partner verlassen? Was können Sie ihm statt des Hauses anbieten? Oder umgekehrt: Wenn Sie bei Ihrem Partner bleiben, wie kommt dann der Freiheitskämpfer auf seine Kosten?

4. Sei dein bester Freund

Entscheidungsstühle, Blockadenbeseitigung und innere Verhandlungen waren nutzlos bei der Entscheidungsfindung. Sie haben Sie nur noch tiefer in den Gedankenstrudel gezogen? Dann versuchen Sie einmal, komplett aus ihrem Dilemma auszusteigen. Externalisieren Sie Ihr Entscheidungsproblem! Anders formuliert: Geben Sie das Dilemma ab! Stellen Sie sich vor, das Dilemma gehört jemandem, der Ihnen sehr am Herzen liegt, z.B. Ihr bester Freund/Ihre beste Freundin oder Ihre Schwester/ihr Bruder!

Helfen Sie nun Ihrem Gegenüber bei der Entscheidungsfindung! Was würden Sie ihm raten? Wie sollte er sich entscheiden und warum? Was denken Sie, würde er benötigen, um diese Entscheidung treffen zu können?

5. Man kann sich nicht nicht entscheiden

Sie sind noch immer hin- und hergerissen? Prima, denn dann habe ich eine gute Nachricht für Sie: sich nicht zu entscheiden, ist auch immer eine Entscheidung. Wenn Sie sich z.B. nicht entscheiden können, ob Sie bei Ihrem Partner bleiben wollen oder nicht, bleiben Sie zunächst automatisch. Wenn Sie sich nicht entscheiden können, welchen der beiden Jobs Sie annehmen wollen, wählen Sie automatisch keinen von beiden.

Lehnen Sie sich an dieser Stelle einmal zurück und nehmen Sie den Druck heraus! Beenden Sie die Entscheidungsfindung und leiben Sie erst einmal bei Ihrer Nicht-Entscheidung! Erlauben Sie sich diese! Möglicherweise verfolgt Ihr Nichtentscheiden eine gute Absicht für Sie. Denken Sie einmal darüber nach!

Und wenn Sie sich damit nicht zufrieden geben mögen, dann gibt es ja immer noch die Möglichkeit, mit mir Kontakt aufzunehmen und einen Termin für eine systemische Beratung zu machen 😉 .

„Zwei geschlossene Türen” © mrgao (weitere Informationen s. Impressum)

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