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Eine glückliche Beziehung führen!? Das können Sie auch!

Sie wünschen sich nichts sehnlicher als eine glückliche Beziehung? Sie lieben Ihren Partner, aber trotzdem kommt es ständig zu Streitigkeiten und Sie fragen sich, ob er wirklich der Richtige ist? Oder Sie haben zwar aktuell keine Beziehung, sind aber unglücklich mit den Mustern, die Sie in Ihren Beziehungen immer wieder abspulen?

Rund 80 Prozent aller Deutschen wünschen sich laut einer Umfrage des Magazins GEO eine glückliche Partnerschaft. Somit ist sie die unangefochtene Nummer eins auf der Wunschliste.

Doch häufig stehen wir unserem größten Wunsch selbst im Weg. In meiner Praxis als systemische Beraterin haben sich einige Impulse bewährt, um negative Beziehungsmuster aufzubrechen. Im folgenden Artikel können Sie lesen, was Sie schon heute aktiv tun können, um in Zukunft eine glückliche Beziehung zu führen.

# 1: Ein Kombi ist zwar kein Cabrio, aber ein Kombi: Schauen Sie sich Ihren Partner mal etwas genauer an!

Unzufriedenheit ist der Beziehungskiller Nummer eins. Sie werden es aus Ihrer jetzigen oder einer vergangenen Beziehung vermutlich kennen: Spätestens nach sechs Monaten haben auch Sie bemerkt, dass Ihr Gegenüber (doch) nicht perfekt ist. Erste Enttäuschungen, die sich nicht selten über die Jahre läppern, stellen sich ein.

Möglicherweise sind Sie enttäuscht, dass Ihr Mann „unromantisch“ und „nüchtern“ ist? Nie schreibt er Ihnen Karten – so wie es der Mann von Klara tut. Eine glückliche Beziehung haben Sie sich anders vorgestellt! Oder es stört Sie, dass Ihre Frau bei jedem Streit weint und laut wird, anstatt die nötige Sachlichkeit an den Tag zu legen?

Versuchen Sie einmal Folgendes: Suchen Sie zu jeder Eigenschaft, die Sie als störend empfinden, die positive Kehrseite der Medaille. In der systemischen Arbeit nennt man diese Methode Reframing.

Das funktioniert z.B. so:

Mein Mann ist nüchtern. Reframing: Er ist sehr besonnen, behält immer einen kühlen Kopf, setzt sich gegen den stänkernden Nachbarn durch, macht die Steuer usw.

Oder: Meine emotionale Frau weint und wird laut – d.h. sie ist leidenschaftlich, empathisch und sie reagiert verständnisvoll, wenn ich mit meiner Eifersucht mal wieder überreagiere, weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe usw.

Machen Sie sich bewusst, dass alle Eigenschaften eines jeden Menschen negative und positive Seiten haben. Sie selbst entscheiden, auf was Sie den Fokus richten!

# 2: Der Peter Pan in Ihnen: Überprüfen Sie Ihre Erwartungen!

Sie scheitern immer wieder an Ihren Erwartungen? Oder an denen Ihres Partners? Damit sind Sie nicht allein. An keine Beziehung sind so viele Erwartungen geknüpft wie an eine Paarbeziehung. Es ist also ganz normal, dass es immer wieder zu Enttäuschungen und Streitigkeiten kommt.

Problematisch wird es dann, wenn die Erwachsenen auf Tauchgang gehen und kindlichen Bedürfnissen die Bühne überlassen. Die Erwartungen an die Partnerschaft ähneln dann denen, die man an eine Eltern-Kind-Beziehung stellt. Eine Begegnung auf Augenhöhe ist nicht mehr möglich. Der „Eltern-Part“ kann nur versagen, der „Kinder-Part” entwickelt Abhängigkeiten. Beide sind frustriert.

Achten Sie in den nächsten Tag einmal darauf, ob und wann Sie folgende Formulierungen bei sich oder Ihrem Partner beobachten:

  • nie, immer, ständig, alles, nichts, überhaupt nicht o.ä., z.B. „Nie bist du für mich da!”, „Immer mache ich alles falsch!“

Wenn Sie oder Ihr Partner diese Wörter vermehrt nutzen, kann es hilfreich sein, in Zukunft diese Formulierungen zu vermeiden und noch besser: Sie zu überdenken. Hierfür können sie z.B. Ihre Erwartungen aufschreiben, um ein Bewusstsein darüber zu erlangen, was realistische (erwachsene) und was unrealistische (kindliche) Erwartungen sind.

Wer schon einmal damit gearbeitet hat, kann an dieser Stelle auch sehr gut mit dem Konzept des inneren Kindes arbeiten.

# 3: Blut ist dicker als Wasser: Werfen Sie einen Blick in Ihre Familie!

Sie fühlen sich in Ihren Handlungsmustern oder Glaubenssätzen gefangen? Sie verhalten sich genau so wie in Ihrer Ex-Beziehung, obwohl Sie sich geschworen haben, dies nie wieder zu tun? Oder Sie suchen sich immer wieder eine aussichtslose Liebe, obwohl Sie sich eigentlich nach Nähe sehnen?

In solchen oder ähnlichen Zusammenhängen hört und liest man gern, dass es dem Betroffenen an Selbstliebe mangele und er deshalb nicht in der Lage sei, eine glückliche Beziehung zu führen. Aus systemischer Sicht gibt es jedoch noch eine andere Möglichkeit:

Der Mensch tendiert dazu, sich loyal zu seiner Familie zu verhalten. Manche Menschen schaffen diese Loyalität darüber, dass sie Verhaltensmuster oder Glaubenssätze eines Elternteils übernehmen.

Wenn Sie z.B. dazu neigen, alles für Ihren Partner zu tun und eigene Bedürfnisse immer hinten anzustellen, dann werfen Sie einmal einen Blick auf die Beziehung Ihrer Eltern oder Ihrer Großeltern. Möglicherweise erkennen Sie dort bei einem Familienmitglied ähnliche Verhaltenseisen. Vielleicht teilen Sie auch beide einen Glaubenssatz, wie z.B. „Ich bin nur etwas Wert, wenn ich etwas leiste.“

Ein erstes Bewusstsein für solche Loyalitäten sorgt schon oft für erste Veränderungen in Ihrer Partnerschaft. Versuchen Sie zukünftig, das bestehende Problem von Ihrem Partner abzukoppeln und verfrachten Sie es dorthin, wo es hingehört: in Ihre Familie.

Mehr zum mehrgenerativen Ansatz finden Sie z.B. in diesem spannenden Artikel.

Fazit und Geheimtipp

Zugegeben: Diese Tipps erfordern ein gewisses Maß an Übung und Ausdauer. In manchen Fällen braucht es auch fachmännische Unterstützung, um nachhaltige Erfolge zu erzielen und dauerhaft eine glückliche Beziehung zu führen. Aber glauben Sie mir: Es lohnt sich!

Und auf dem Weg dorthin probieren Sie doch das nächste Mal, wenn Sie Ihren Partner sehen, Folgendes aus: (Ich verspreche Ihnen, es wird sofort Wirkung zeigen.)

Schauen Sie sich Ihren Partner genau an. Beobachten Sie ihn z.B. dabei, wie er am morgen seinen Kaffee trinkt und sein Brötchen schmiert oder abends in die Wohnung kommt und seine Jacke an die Garderobe hängt. Halten Sie inne und machen Sie sich einen Moment lang bewusst, dass Sie sich für ihn entschieden haben und sich auch jetzt, heute und hier für ihn entscheiden!

Nehmen Sie sich hierfür mindestens 1-2 Minuten Zeit. Und dann lächeln Sie ihn an, küssen Sie ihn, sagen Sie ihm, dass Sie ihn lieben oder tun Sie, wonach auch immer Ihnen der Sinn steht. Vertrauen Sie mir: Es wird etwas mit ihm und mit Ihnen machen!

Romantic couple holding hands in a field © jacoblund (weitere Infos s. Impressum)

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6 Kommentare

    1. Hallo Nadine,
      vielen lieben Dank für dein Lob. Das freut mich. 😉 🙂
      Dir ein schönes Wochenende!
      Liebe Grüße,
      Annika

  1. Hey Annika,
    Danke für die Geheimtipps:)
    Ich habe es heute mal ausprobiert und ich konnte viel in dem Menschen beobachten. Es war auf eine ruhige Art und Weise sehr interessant!
    LG
    Katrin

    1. Liebe Katrin,

      toll, dass du die Tipps mal ausprobiert hast! Und noch toller, dass du viel bei deinem Gegenüber beobachten konntest. Es kann sehr schön, spannend, überraschend etc. sein, sich den Menschen, den man liebt, einmal ganz bewusst und in Ruhe anzuschauen. Das tun wir meistens viel zu selten – vor allem, wenn man sich schon lange kennt 😉

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